Gemeinsam in Bewegung

Inklusive Sportangebote im Verein nebenan

Zusammen mit fab e. V., dem Paritätischen Landesverband Hessen, dem Landessportbund Hessen, der Sportjugend Hessen und weiteren Kooperationspartnern vor Ort hat aha e. V. ein dreijähriges Projekt ins Leben gerufen, um die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung in Sportvereinen aus der Region Kassel zu verbessern. Ziel dieses Projekts ist es, möglichst viele Bewegungs- und Sportangebote in den Vereinen der Region zu etablieren, die für alle daran Interessierte zugänglich sind – ob mit oder ohne Behinderung. Fachliche Fortbildungen für Mitarbeiter und Trainer in Sportvereinen sollen Türen öffnen und eine inklusive Sportkultur etablieren.
2009 hat Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen unterschrieben. Diese soll eine gleichwertige Teilhabe von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Lebensbereichen gewährleisten. Betrachtet man die einzelnen Lebensbereiche wie Wohnen, Arbeit und Freizeit einschließlich Sport, so steht Deutschland vielfach noch am Anfang. Auch die Region Kassel: Menschen mit Behinderungen nehmen an den Angeboten der Sportvereine „nebenan“ kaum teil. Vielfältige Barrieren erschweren es, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung im selben Sportverein begegnen können. Eingeschränkte Wahlmöglichkeiten, ungenügende Unterstützung, bauliche Hindernisse vor und in den Sportstätten, fehlende Erfahrungen sowie mangelndes Fachwissen stehen einem gemeinsamen Aktiv-Sein von Menschen mit und ohne Behinderung im Weg. Vor allem Barrieren „in den Köpfen“, Vorurteile und ablehnende Einstellungen gegenüber behinderten Menschen, scheinen oft unüberwindbar zu sein.

Damit sich das ändert, werden im Projekt „GiB“ allerhand Aktivitäten geplant und umgesetzt:
Baustein „Fortbildungsangebote“:
Entwicklung eines Fortbildungskurses zum Thema Behinderung und Inklusion, Durchführung von darauf aufbauenden Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter und Trainer in Sportvereinen

Baustein „Sportangebote“:
Entwicklung und Durchführung von modellhaften Sportangeboten in Kooperation mit Sportvereinen aus der Stadt und dem Landkreis Kassel, fortlaufende fachliche Beratung und Unterstützung der beteiligten Trainer, bedarfsgerechte Unterstützung und Assistenz für die Teilnehmer

Baustein „Netzwerkbildung, Information und Öffentlichkeitsarbeit“:
Auf- und Ausbau von Netzwerken (Mitarbeiter und Vertreter von Sportvereinen sowie -verbänden, der Behinderten(selbst)hilfe, der kommunalen Verwaltung, Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungserfahrungen sowie deren Selbstvertretungsorganisationen), Informationen und Erfahrungsaustausch für Teilnehmer und Interessierte mit Hilfe einer interaktiven Internetseite sowie einer Broschüre
Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungserfahrungen sind an der Gestaltung und Umsetzung des Projekts entscheidend beteiligt: So gehört unter anderem eine Person mit Beeinträchtigung zur hauptamtlichen Projektkoordination, die Fortbildungen werden von behinderungserfahrenen Personen als Moderatoren und Referenten mitgestaltet. Es ist Anspruch und Ziel, alle Projektaktivitäten barrierefrei zu gestalten (unter anderem geeignete Räumlichkeiten, bedarfsgerechte Unterstützung, Leichte Sprache).
Da „GiB“ vielfach Neuland betritt, wird das Projekt über den gesamten Zeitraum vom Fachgebiet Behinderung und Inklusion der Universität Kassel wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Das Projekt „GiB“ wird von Aktion Mensch maßgeblich finanziell gefördert. An den erforderlichen Eigenmitteln beteiligen sich der Hessische Sparkassen- und Giroverband sowie der Landessportbund Hessen, der Paritätische Landesverband Hessen und fab e. V. mit erheblichen Spenden.